Vor einigen Wochen haben sich Antje und Raphael in Twitter über Instapaper ausgetauscht; ein Tool, mit dem man Links, Websites, Artikel etc. ablegen kann, um sie später zu lesen. Mir laufen in meinen Feeds, in Twitter oder beim stöbern im Netz immer wieder interessante Dinge über den Weg, ich habe aber selten Zeit sie mir in dem Moment anzusehen oder zu lesen. Vieles ging daher in Vergessenheit, weil es irgendwo in meinen Delicious-Bookmarks rumliegt und aus dem Blickfeld verschwindet. Mein integriertes biologisches Speichermedium ist ohnehin nicht in der Lage sich den ganzen Wust an Informationen zu merken, der täglich darauf einprasselt. Also verschwinden Dinge, die irgendwo festgehalten wurden oder keine akute Relevanz haben sofort aus dem Fokus. Daher kommt mir ein solches Tool sehr gelegen und ich habe es direkt mal ausprobiert. Und was soll ich sagen, ich bin schwer begeistert von der Einfachheit, Übersichtlichkeit und Praktikabilität :-D
Man legt sich einen Account an, zieht einen "read it later" Button in die Browser und los geht's. Befindet man sich auf einer lesenswerten Webpage, die man sich später ansehen möchte klickt man einfach auf den Button und schon ist die Seite in Instapaper gespeichert. Wenn man möchte kann man dort noch den Titel ändern und eine kurze Zusammenfassung bzw. eine Gedankenstütze hinzufügen. Muss man aber nicht. Meist reicht der automatische Titel zur Wiedererkennung völlig aus. Was geht sonst noch? Man kann gespeicherte Links archivieren (wenn man sie gelesen hat), löschen, teilen, favorisieren (like-Button) und die gespeicherte Webpage als reinen Text anzeigen lassen. Wenn es einmal zu viele gespeicherte Seiten werden, kann man sie auch in Ordnern sortieren. Also im Prinzip alles, was das Herz begehrt. Nur eine Möglichkeit eine Seite wieder zu "disliken" habe ich nicht gefunden. Macht im Prinzip auch wenig Sinn, wenn man – so wie ich – aber einfach nur die Funktion mal testen möchte…. Naja, was immer geht ist natürlich löschen und wieder speichern, ohne den like-Button zu klicken ;-)
So weit so gut. Man kann dieses Tool aber auch noch mit anderen kombinieren und es so noch besser in die täglichen Arbeitsabläufe integrieren. Ich habe mir dazu das Chrome-Plugin Instachrome installiert, die einige für mich nützliche Zusatzfeatures hat. Aus dem "read later" Button wird dann ein Button mit Menüfunktion. Damit hat man direkten Zugriff auf die Funktionen Read later & Text View, sowie auf die Unread Items, Starred Items, Archieved Items und natürlich die Einstellungen des Tools. Ich finde es sehr praktisch darauf von überall aus zugreifen zu können und nicht erst auf die Instapaper-Seite gehen zu müssen. Insbesondere den Text View finde ich eine massive Erleichterung für meine Augen und meine Konzentration. Diesen gibt es auch mit anderen Erweiterungen/Tools, aber wo er schon mal so praktisch integriert ist, nutze ich ihn jetzt hierüber.
Raphael hat mich noch auf ein weiteres Tool aufmerksam gemacht: MyBookmarks. Einmal installiert bleibt es als Icon in der Menüleiste meines MacBooks. Wenn man möchte, kann man seinen Instapaper-Account angeben und einstellen, dass in MyBookmarks eingefügte Links direkt dort gespeichert werden. So kann ich Links, z.B. aus meinem Twitter-Client, auf das Icon ziehen und sie werden direkt zu Instapaper hinzugefügt. Jeden interessanten Link erst mal im Browser zu öffnen, um ihn zu speichern entfällt damit. Perfekt für mich :-)
Alles in allem kann ich sagen, dass ich mit dieser Dreierkombi sehr zufrieden bin und mir schon nach wenigen Wochen eigentlich nicht mehr vorstellen kann, wie es einmal ohne ging. Negative Aspekte sind mir bisher noch nicht begegnet, muss ja auch nicht immer sein. Das einzige, was definitiv noch einer Optimierung bedarf ist mein Arbeitspensum: wenn einfach keine Lücke bleibt, in der man die gespeicherten Artikel irgendwann lesen kann, nützt es auch nichts zu wissen, dass es sie gibt…
Seit ich meinen Mac habe, habe ich meine Aufgabenverwaltung von loser Zettelwirtschaft auf das Tool things umgestellt. Mittlerweile ist es ziemlich unverzichtbar geworden und ich weiß manchmal gar nicht mehr, wie es ohne überhaupt möglich war nicht den Überblick zu verlieren ;-)
Im Prinzip bin ich mit things auch sehr zufrieden, allerdings fehlt mir die Möglichkeit meine Aufgaben, bzw. einen Teil davon mit anderen Menschen in meinem Umfeld zu teilen. Für die gemeinsame Arbeit wäre das eine ziemliche Arbeitserleichterung, grade weil ich meine Kollegen relativ selten sehe. Ein Großteil der Zusammenarbeit läuft online – da die meisten Projekte viel Abstimmungsbedarf mit sich bringen macht das auch den Mammut-Anteil meiner gesamten Arbeitszeit aus. Da wäre es doch sehr hilfreich eine kleine, simple, in die Arbeitsabläufe integrierbare Aufgabenverwaltung zu haben. Die großen Projektmanagement-Anwendungen sind für uns zu umfangreich und zu sperrig; teilweise nutzen wir unfuddle, was sich für mich aber nicht so gut in die sonstigen Arbeitsabläufe integrieren lässt, da es keine Desktop-Komponente hat. Zudem ist es eigentlich auch zu mächtig für unsere Ansprüche und als software project management solution für andere Arbeitskontexte gemacht. Daher möchte ich mich hier auf zwei Tools beschränken, die beide positive Aspekte haben, aber beide auch noch nicht "perfekt" sind: things und wunderlist.
Things ist ein kostenpflichtiges Tool von CulteredCode, das auf Mac, iPad und iPhone läuft und zwischen diesen auch synchronisiert werden kann. Wunderlist von 6Wunderkinder ist kostenfrei und kompatibel mit Mac, iPhone, iPad, PC & Android, aber auch browser-basiert zu haben. Die Wunderkinder arbeiten zur zeit an "wunderkit" einer "online working platform". Es wäre also durchaus möglich, dass wunderlist Teil dieses größeren Projekts ist/wird – was das im Endeffekt bedeutet, bleibt abzuwarten.
Beide Tools sind vom Design her angenehm schlicht gehalten, sehr intuitiv zu nutzen und mit den wichtigen Grundfunktionen einer Aufgabenverwaltung ausgestattet. Aufgaben können angelegt, bearbeitet, mit Datum und Notizen versehen, favorisiert und kategorisiert werden. Things ermöglicht zum kategorisieren zum einen tags und zum anderen die Einteilung in Projekte. Mir sind vom workflow tags lieber, weil sich die Aufgaben für verschiedene Projekte oft überschneiden, bzw. nicht eindeutig zuordnen lassen. Das mag aber durchaus in anderen Arbeitskontexten auch ganz anders sein. Wunderlist erlaubt nur die Zuordnung zu Listen, was in etwa den Projekten bei things gleichkommt. Für mich als exzessiven tagger leider etwas unpraktisch. In beiden Anwendungen kann man per drag & drop die Aufgaben in der Standardansicht sortieren/priorisieren, was ich sehr praktisch finde.
Zusätzlich zur thematischen Kategorisierung können Aufgaben bei beiden Tools in zeitlichen Intervallen dargestellt werden. Wunderlist teilt ein in heute, morgen, nächste 7 Tage, später und ohne Datum. Bereits überfällige Aufgaben werden in der zeitlichen Darstellung nicht mehr mit angezeigt. Für mich problematisch, da ich meine selbst gesetzten Deadlines oft um ein paar Tage überschreite und Aufgaben so aus dem Blick verlieren könnte. Es gibt zwar einen riesigen roten Button, der mir anzeigt wie viele Aufgaben überfällig sind (und der in jeder Ansicht präsent ist), wenn dieser – wie bei mir – allerdings immer zu sehen ist gerät er zum integrativen Bestandteil und wird ignoriert (zumindest von mir). Things teilt erst mal ein in heute und als nächstes. Innerhalb dessen kann nach Erstellungsdatum (standard), Tags oder Zeit sortiert werden. Zeitlich wird dann diese Woche, nächste Woche, Monat x, Monat y, …. unterteilt. Aufgaben ohne Datum fallen hierbei raus. Auch nicht ganz unproblematisch für mich, da ich viele Aufgaben habe, die nicht unbedingt eine Deadline haben, aber natürlich trotzdem irgendwann erledigt werden müssen. In der unsortierten Ansicht unter "als nächstes" werden sie allerdings angezeigt. Wer nicht all zu viele Aufgaben gleichzeitig hat, dem wird das unter Umständen reichen, da nicht sortiert werden muss. Beide Tools zeigen die Aufgaben Listen- bzw. Projektübergreifend an, wenn zeitlich sortiert wird. Things ermöglicht es auch nur die einem Projekt zugehörigen Aufgaben zeitlich zu sortieren.
So weit haben beide Tools ihre Vor- und Nachteile, ich könnte/kann mich aber mit beiden anfreunden. Die wirklich großen Unterschiede, die mir eine Entscheidung zwischen beiden Systemen schwer machen, sind:
- Integration in Arbeitsabläufe
- kollaboratives Arbeiten
- wiederkehrende Aufgaben
1. Things ermöglicht es durch ein Schnelleingabefenster von jeder beliebigen Anwendung aus per shortcut Aufgaben anzulegen. Aus einem Dokument, einer Website oder einer Mail heraus angesteuert wird automatisch ein Link zum Ursprungsort der Aufgabe beigefügt. Das ermöglicht beispielsweise ein schnell eingetackertes "unbedingt lesen", ohne dass man die Anwendung wechseln, oder einen Verweis auf den Text selbst hinzufügen müsste. Auch wunderlist kann shortcuts, allerdings nicht anwendungsübergreifend, wodurch man immer aus dem Arbeitsfluss herausgerissen wird, um eine Aufgabe anzulegen. Das wäre für mich ein immens wichtiges Feature, ohne das ich nicht auf Wunderlist umsteigen möchte.
2. Hier spielt wunderlist für mich seinen Joker aus. Ich kann über dieses tool kollaborativ mit anderen zusammenarbeiten und das auch noch systemübergreifend – denn bei weitem nicht alle in meiner Umgebung arbeiten mit Mac. Listen können ganz einfach mit anderen geteilt werden, wobei eingestellt werden kann, wer welche Rechte hat. Listen können auch per mail verschickt werden, so dass "nicht-Nutzer" sie zumindest auch einsehen können. Last but not least können Listen für alle zugänglich gemacht werden, indem sie in die CloudApp geladen werden. Things ermöglicht nichts desgleichen. Für mich sind das die Features, weswegen ich einen Wechsel in Erwägung ziehe.
3. Things erlaubt es wiederkehrende Aufgaben anzulegen. Eine nette kleine, aber sehr praktische Funktion, wenn einige Aufgaben regelmäßig anfallen. Gibt es bei mir eher selten, finde ich dennoch sehr praktisch – vielleicht kommen sie ja noch, die immer wiederkehrenden ToDos… geht in wunderlist derzeit nicht.
Wunderlist ist eine noch sehr junge Anwendung, die sehr stark weiterentwickelt wird. Erstmal bleibe ich wegen der anwendungsübergreifenden Schnelleingabe bei Things und wurschtele eben alleine vor mich hin. Wenn jeder seine Aufgaben selbst verwalten muss, kostet das zwar auch Zeit und ist unpraktisch, aber insgesamt ist things derzeit für mich produktiver einsetzbar. Wenn sich jedoch abzeichnet, dass wunderlist eine Schnelleingabe entwickelt, dann kann ich mir sehr gut vorstellen zu wechseln. So lange verfolge ich interessiert die Entwicklung von wunderlist und wunderkit in Blog und Twitter und bin gespannt was kommt.
Hier war es schon wieder einige Zeit sehr still, weil ich sehr viel (offline) für meine Diss gelesen habe. Jetzt bin ich wieder in einer etwas aktiveren Online-Phase und möchte den Moment nutzen um eine kleine Reihe zu starten, die mir schon länger durch den Kopf geht: subjektive, kleine Reviews zu Tools über die ich gestolpert bin und die mich in irgendeiner Weise beeindruckt haben. Starten möchte ich mit wordle.net.
Ich habe dieses simple und unkomplizierte Tool zur Erstellung von Word Clouds vor kurzem für mich entdeckt. Ich war (und bin) sehr angetan von der Simplizität der Anwendung und den überaus brauchbaren Ergebnissen. Man gibt den gewünschten Text ein und erhält direkt eine Cloud der häufigsten Worte. Das Design lässt sich nach belieben und leicht ändern. Font, Schriftfarbe und Textrichtung können variiert, common words vieler Sprachen ausgeblendet werden. Einige weitere Einstellungsmöglichkeiten erlauben eine relativ individuelle Anpassung der Tags (bspw. kann die Maximalzahl der angezeigten Worte festgelegt werden). Design-Beispiele kann man sich in der Gallery anschauen, wer mag kann aber auch am eigenen Text per random-funktion verschiedene Möglichkeiten ausprobieren. Einziges Manko soweit: die Anordnung der Worte ist willkürlich (prinzipiell wünschenswert) und lässt sich auch durch massive Nutzung der Random-Funktion nicht wieder so herstellen, wie die Version war, die man leider nicht gespeichert hatte.
Speichern kann man die fertige Cloud in der public gallery. Möchte man seine Cloud nicht im Netz publik machen, bleibt nur die Möglichkeit sie als PDF zu "drucken". Zwischenspeichern oder nachträgliches Bearbeiten der Cloud ist leider nicht möglich.
Für diesen Post habe ich eine weitere Funktion ausprobiert und die URL meines Blogs eingegeben, um daraus eine Cloud generieren zu lassen. Das hat leider nicht so gut funktioniert… So schaut sie aus die Cloud (klick um zum Großbild zu gelangen):
Im Vergleich mit meiner Tag Cloud fällt recht schnell auf, dass einige häufig verwendete Begriffe fehlen. Insbesondere der Begriff LaTeX, der wohl leider ausgefiltert wurde. Auch Second Life als häufigster Begriff taucht nicht auf. Sehr schade! Eine Möglichkeit ausgefilterte Begriffe doch "zu erlauben" habe ich leider nicht gefunden.
Anhand der ausgewählten Worte könnte man meinen, dass nur der letzte Artikel als Grundlage für die Cloud verwendet wurde. Das ändert sich auch nicht, wenn ich wordle.net meinen RSS Feed als Quelle geben. Schade eigentlich, denn ansonsten hat mich das Tool restlos überzeugt.
Fazit: sehr empfehlenswertes (kostenloses) Tool, um einfach und schnell eine schöne Cloud zu erstellen. Als Manko empfinde ich das Fehlen wichtiger Worte bei der Auswertung der Worte aus einem Link (wobei das vielleicht bei statischen Seiten besser klappt). Schön wäre, wenn man die Cloud als Bilddatei speichern könnte und wenn es eine Möglichkeit gäbe Clouds zwischenzuspeichern bzw. später weiter zu bearbeiten. Vielleicht kommt ja irgendwann eine personalisierbare (dann vielleicht kostenpflichtige) Version mit den genannten Features?!
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AnnaHerbst: @pheraph gute Besserung! Wenn du magst können wir dich per Skype aus dem Krankenbett dazu schalten. #nidb
3 days ago from Twitter for MacAnnaHerbst: Das Pädagogikinstitut der TU Darmstadt sucht TutorInnen für das SoSe 2012: http://t.co/kkj4IbkP Ihr könnt euch noch bis 8.2. bewerben
3 days ago from Twitter for MacAnnaHerbst: RT @studizweinull: Eine Titel ist noch kein Thema! Aber: Was ist ein „Thema“ für eine wissenschaftliche Arbeit? #studierenzweinull hilft http://t.co/aY6tFXlj
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