Rückblick GML 2011
Jetzt ist die GML2 2011 schon fast zwei Wochen her – im schnelllebigen Netz also nahezu eine Ewigkeit… Bevor es wirklich zu spät dafür wird, will ich hier noch rückblickend meine Gedanken aufschreiben. Etwas ungewöhnlich bei einer Fachtagung möchte ich jedoch nicht die Inhalte, sondern Rahmenbedingungen und Aufbau der Veranstaltung reflektieren.
Das Tagungsformat
Das Konzept: Am ersten Tag Leitvorträge, am zweiten Workshops zu den Vortragsthemen. Die Vorträge haben – zumindest in den von mir besuchten Workshops – eine gute Verständigungsbasis geschaffen, die es ermöglichte relativ fokussiert zum Thema zu diskutieren. Prinzipiell also ein guter Ansatz, um thematische Grundlagen zu schaffen, anhand derer anschließend in kleineren Gruppen in Workshops gearbeitet werden kann. Da die Vorträge sehr eng aufeinanderfolgten war die Veranstaltung am ersten Tag zeitlich aus meiner Sicht etwas problematisch geplant. Überzog ein Redner (was prinzipiell ja eher die regel als die Ausnahme darstellt) musste das von der Fragezeit und/oder der Kaffeepause abgezogen werden. Diskussionszeit war gar keine eingeplant.
Mir persönlich hätte es bedeutend besser gefallen, wenn die Tagung auf zwei ganze Tage ausgedehnt worden wäre – bei gleicher Anzahl von Vorträgen. Das hätte die Möglichkeit geboten, nach den Vorträgen ohne ständigen Zeitdruck Rückfragen stellen zu können, oder sogar kurze Diskussionen zu führen. Zudem hätte die Veranstaltung etwas entzerrt werden können. Dazu wäre es glaube ich gut gewesen, nicht alle Vorträge direkt nacheinander abzuhandeln. Alternativ hätten jeweils Vormittags Impulsvorträge angesetzt werden können, zu denen am Nachmittag parallel die Workshops angeboten werden. Vielleicht ja im nächsten Jahr…?
Die Workshops
Ich habe zwei vom Aufbau her grundverschiedene Workshops besucht, die beide ihren Reiz hatten.
Partizipation unter Zwang? Herausforderungen durch Social Software in der Lehre
Zusätzlich zum Impulsvortrag des Vortages gab es einen einführenden Vortrag, der den anvisierten Workshopinhalt noch mal etwas eingegrenzt, bzw. benannt hat. Daran anschließend gab es eine moderierte Diskussion, die sich jedoch meistens zwischen Petra Grell als Workshopleiterin und je einem Teilnehmer abspielte. Für eine gemeinsame Diskussion stimmten einfach die Rahmenbedingungen nicht. Die Gruppe war sehr groß (vielleicht 40 Personen), die Raumsituation orientierte sich stark in Richtung Beamerprojektion und ein wesentlicher Teil der Redebeiträge diente zur Klärung der Begriffsgrundlage. Insgesamt hatte der Workshop aus meiner Sicht daher eher den Charakter einer sehr offenen Vorlesung. Inhaltlich war der Workshop allerdings – für mich – sehr spannend und ergiebig. In einer kleineren Gruppe und mit noch stärkerem Fokus in der Diskussion wäre er glaube ich schwer zu toppen gewesen.
Persönlichkeitsentwicklung im Web 2.0 – E-Learning zwischen Todsünde und Tugend?
Christian Spannagel hat alles rund um den Vortrag und Workshop hier eingestellt, wer möchte kann sich also auch die Ergebnisse selbst ansehen. Der Workshop war, wie angekündigt, stark vom persönlichen Erleben der Teilnehmer geprägt und hat uns dementsprechend stark eingebunden. Es gab konkrete Aufgaben, die wir in kleineren Gruppen "gelöst" und im Plenum die Ergebnisse ausgetauscht haben. Für den Gegenstand des Workshops – Auswirkungen des Web2.0 auf die Persönlichkeitsentwicklung – war das meines Erachtens eine sehr gute Lösung. Gegen Ende hin wurde es dann doch sehr knapp, drei Elemente in der kurzen Zeit unterzubringen war vielleicht etwas zu ambitioniert. Inhaltlich würde ich mir wünschen, dieses Thema bei anderer Gelegenheit noch einmal zu beleuchten – dann nicht aus dem persönlichen Erleben heraus, sondern mit wissenschaftlichem Hintergrund.
Fazit
Das Konzept der Tagung hat mir sehr gut gefallen. Etwas mehr Zeit für die einzelnen Vorträge und vor allem Zeit und Raum für Diskussionen hätten der Veranstaltung aber gut zu Gesicht gestanden. Man konnte zwar in den Workshops gut diskutieren – bei jeweils vier parallelen Workshops aber eben nur zu zwei Themen. Gut und wichtig fand ich, dass den Referenten bei der Gestaltung der Workshops völlig freie Hand gelassen wurde.
Die Räumlichkeiten waren – insbesondere für die Workshops – nicht wirklich optimal. Mitten im Semester überhaupt eine solche Anzahl Räume zu bekommen, wäre hier in Darmstadt jedoch nahezu aussichtslos, daher war ich dennoch positiv überrascht.
Und zum Tagungsort – naja Berlin ist immer eine Reise wert :-)
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