GMW 2009 – Eindrücke
19. September 2009 von Anna
Meine erste GMW Tagung und sicher nicht die letzte – so würde ich meine Eindrücke wohl twittertauglich zusammenfassen. So ganz warm geworden bin ich mit diesem Medium noch nicht, die Dominanz auf der #bel09 bringt mich allerdings dazu, mich nochmal intensiver damit auseinanderzusetzen. Doch dazu später und an anderer Stelle mehr – hier erst mal einige Eindrücke aus 3 spannenden und interessanten Tagen.
Für Julia und mich begann der Montag ungewohnt früh gegen 4:30 Uhr mit der Zugfahrt nach Berlin. Trotz Müdigkeit waren wir beide sehr gespannt, was am Thementisch “Offene Bildungsinitiativen im Hochschulkontext” auf uns zu kommen würde. Welche Teilnehmer und Projekte erwarten uns, wie läuft ein Thementisch ab, was wird wohl von uns erwartet, was können wir beitragen – Fragen über Fragen. Wie sich sehr schnell gezeigt hat, war alle Aufregung unbegründet – wir trafen auf eine kleine Gruppe interessierter Leute und konnten uns in angenehmer und offener Atmosphäre über die Projekte der Anwesenden und die jeweiligen Erfahrungen austauschen. Insgesamt kreiste die Diskussion um 3 Kernaspekte: Mehrwert durch die Projekte, Kompetenzentwicklung der Beteiligten und Nachhaltigkeit. Insbesondere das Thema der nachhaltigen Verankerung ist bei mir auf großes Interesse gestoßen, da wir mit MyPaed da glaube ich noch ein gutes Stück Arbeit vor uns haben. Notizen und Gedanken zur Diskussion finden sich (u.a.?) bei Thomas Bernhardt, der Live mitgebloggt hat. Ich hätte gerne noch weiter diskutiert und mehr über die Projekte erfahren, aber irgendwann war leider die Zeit um – schade eigentlich.
Im letzten Abschnitt wurde noch die Ausrichtung des Buchprojekts besprochen, das sich an den Thementisch angliedert – oder eher umgekehrt, welches die thematische Grundlage für den Thementisch liefert. Julia und ich werden uns in unserem Beitrag auf Lernchancen und Kompetenzentwicklung des Projektteams durch die Entwicklung und Umsetzung von MyPaed konzentrieren. Gestern haben wir uns direkt zusammengesetzt und unseren Vorabbeitrag auf der Grundlage der Diskussion besprochen, die Überarbeitung folgt dann in den nächsten Tagen. Insgesamt war der Thementisch eine interessante und lehrreiche Erfahrung für mich, insbesondere durch die Einblicke in die anderen Projekte. Ein Bild mit den Tags aller Projekte, die am Buchprojekt teilnehmen findet sich hier. Die oberen beiden kann man nur schlecht lesen, es sind Maschendraht-Community und EduCamp.
Die nächsten zwei Tage brachten eine Reihe sehr interessanter Vorträge mit sich, die mir einige Impulse verschiedenster Art beschwert haben. Da das Programm der Tagung sehr dicht gestrickt war, hat mich die Menge des “Inputs” in eine sehr passive Rolle gebracht und ich habe eigentlich nur aufgenommen und mitgeschrieben. Nachdenken und reflektieren über das Gehörte fand ich in der kurzen Zeit sehr schwierig, mein Kopf brummt auch 3 Tage danach noch geschäftig in dem Versuch neues und altes zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden. Vielleicht blogge ich in den nächsten Tagen noch über konkrete Auseinandersetzungen mit einzelnen Themen (der drohende Abgabetermin meiner Magisterarbeit könnte das allerdings verhindern), hier bleibt es erst mal bei Eindrücken. Den Tagungsband mit allen Vorträgen zur GMW 2009 zum nachlesen gibt es hier als PDF zum download.
Nachdenken werde ich sicher über die sich bietenden Möglichkeiten durch das Einbinden von Blogs in Seminaren Reflexion anzuregen, welche Ulf Ehlers in seinem Vortrag “Reflexion im Netz” angesprochen hat und über Möglichkeiten E-learning nicht als Getrenntes oder Aufgesetztes, sondern als Teil von Lernen und Bildung, als eine von vielen Möglichkeiten zur methodischen Unterstützung von Lehr-/ Lernszenarien zu denken und zu etablieren. Angeregt hierzu haben mich die Vorträge von Michael Kerres und Gudrun Bachmann/ Antonia Bertschinger/ Thomas Richter. Stark beeindruckt und beeinflusst haben mich die Vorträge/Themen “Selbstorganisierte Projektgruppen von Studierenden: Neue Wege bei der Kompetenzentwicklung an Hochschulen” von Hannah Dürnberger (und Thomas Sporer) und “iTunes statt Hörsaal? Gedanken zur mündlichen Weitergabe von wissenschaftlichem Wissen” von Gabi Reinmann. Ersteren werde ich sicherlich im Hinblick auf Lernen durch Partizipation und studentische Projektgruppen als ‘communities of practice’ weiterdenken, sowie auf Möglichkeiten, wie man diese durch (virtuelle) Räume fördern und unterstützen kann. Letzterer hat mich vor allem durch seine Offenheit und Form beeindruckt und mich dazu angeregt darüber nachzudenken, welche Art von Vorlesungen ich eigentlich am liebsten höre und wobei ich am meisten ‘mitnehme’. Solche, die gut strukturiert, medial aufbereitet und nachvollziehbar sind; solche, die chaotisch, aber liebenswert und anregend vorgetragen werden; oder solche, die thematisch sehr anspruchsvoll und sprachlich schwer nachzuvollziehen sind, dafür aber zum regen Austausch mit Kommilitonen anregen? Letztlich ist es wohl wie immer eine Mischung aus allem und stark abhängig von der Ausstrahlung des Dozenten. Den narrativen Ansatz und die Dialog-Form finde ich aber allemal eine spannende Idee, insbesondere für Podcasts in denen naturgemäß viel von der persönlichen Ausstrahlung des Vortragenden verloren geht. Die Vorlesungspodcasts zum Wintersemester werde ich mir in jedem Fall mal anhören.
Neben den Vorträgen habe ich viele interessante Gespräche geführt, Einblicke bekommen, Eindrücke gewonnen und neue Projekte kennengelernt. Zum Abschluss hier noch eine kleine Liste mit Projekten und Inhalten, die ich mir in der nächsten Zeit mal genauer anschauen möchte:
- KaffeePod
- Werkzeugleitfaden von Learntechnet
- w.e.b. square
- learners’ garden
- i-literacy
- textfeld
Leider mussten wir uns schon am Mittwoch abend wieder auf den Heimweg machen und haben so die Medida-Prix Preisverleihung und den Vortrag zu learners’ garden am Donnerstag verpasst – im Nachhinein sehr schade, das nächste mal bleibe ich wohl bis zum Schluss. Alles in allem war es in meinen Augen eine gelungene Tagung und es allemal wert mitten in der Hochdruck-Schreibphase der Magisterarbeit eine Pause einzulegen. Die neuen Ideen machen den nachfolgenden Stress wieder wett :-)
Thementisch “offene Bildungsinitiativen”…
Wie Kaddl schon angekündigt hat, haben Julia und ich am Montag am Thementisch “Offene Bildungsinitiativen: Fallbeispiele, Erfahrungen und Zukunftsszenarien” auf der Preconference der GMW09 teilgenommen. Zu Beginn wurden alle Projekte kurz vorgestellt…
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